Regie: Frank Wallburger

50 Uhr

[das DU im ICH]

Ein Dokumentar-, Spiel-, Musik- und Kunstfilm
über bipolare Ausschläge von Mensch und Gesellschaft

183 Minuten | Altersbeschränkung ab 18 Jahre
Demnächst im Kino

Der Film

50 Uhr [das DU im ICH]

Eine Hommage an Matthias Kornetzky (1957 – 2019)

Matthias Kornetzky war eine zentrale Figur bei der Besetzung und Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR in Berlin und Dresden und bipolar gestört (manisch-depressiv).
Seine letzten vier Lebensjahre begleiteten Frank Wallburger (Regie) und ein großes, interdisziplinäres Personen-Netzwerk.

Im Sommer 2020 ist 50 Uhr fertig, eine surreal-authentische Film-Dokumentation über ein außergewöhnlich ereignisreiches, verrücktes und dramatisches Leben – erzählt aus der Sicht und mit dem extremen Stimmungsverlauf einer bipolaren Störung. Der gemeinsame Weg von Matthias und Frank endet tragisch. Beide sterben, einer im Film und einer im realen Leben. Jeder für sich hat eine Botschaft hinterlassen.

 

Die Vorgeschichte

Über drei tragische Todesfälle und gemalte Ölbilder lernen sich Matthias Kornetzky und Frank Wallburger kennen. Ihr erstes Treffen im Herbst 2015 dauerte acht Stunden. Frank war fasziniert von der unglaublichen Lebensleistung von Matthias und der Art und Weise, wie er sie offenbarte. Sie werden Freunde und beschließen, gemeinsam die Stationen ihres Lebens noch einmal aufzusuchen. Die Kamera war fast immer mit dabei. Tiefer und tiefer drang Frank in das Innere von Matthias vor, in eine für ihn völlig fremden Welt oder wie Matthias sagte:
„... in ein Labyrinth von Synapsen ohne Logik und Verstand“.

Über 300 Personen schlossen sich den beiden an: SchauspielerInnen, Musiker und SängerInnen, TänzerInnen, Zeitzeugen, Wegbegleiter und Freunde, Fachleute aus Film, Ton, Dramaturgie, Medizin und Psychologie, Künstlerinnen und Künstler aus unterschiedlichen Sparten (...).

Der Film

50 Uhr [das Du im Ich]

Über drei tragische Todesfälle und gemalte Ölbilder lernen sich Matthias Kornetzky und Frank Wallburger kennen. Ihr erstes Treffen im Herbst 2015 dauerte acht Stunden. Immer öfter trafen sie sich danach. Frank war fasziniert von der unglaublichen Lebensleistung von Matthias und der Art und Weise, wie er sie offenbarte. Sie werden Freunde und beschließen, gemeinsam die Stationen ihres Lebens noch einmal aufzusuchen. Die Kamera war fast immer mit dabei.

Tiefer und tiefer drang Frank in das Innere von Matthias vor, in eine für ihn völlig fremden Welt oder wie Matthias sagte: „... in ein Labyrinth von Synapsen ohne Logik und Verstand“.

Über 300 Personen schlossen sich den beiden an: SchauspielerInnen, Musiker und SängerInnen, TänzerInnen, Zeitzeugen, Wegbegleiter und Freunde, Fachleute aus Film, Ton, Dramaturgie, Medizin und Psychologie, Künstlerinnen und Künstler aus unterschiedlichen Sparten (...). Die Filmidee und der Titel „50 Uhr“ wurden geboren.

Die Haupthandlung des Films spielt in und zwischen Rathen, Wehlen, Pillnitz, Dresden, Meißen, Leipzig sowie in Bautzen (alle Sachsen), Berlin und Worpswede bei Bremen. Darüber hinaus fanden Dreharbeiten statt in mehreren Bundesländern sowie in Tschechien, Polen, Dänemark, Norwegen, Frankreich und Italien.

Die Story

Frank löst einen Kinogutschein ein. Er sitzt allein im Saal. Als sich der Kinovorhang wieder schließt, liegt er leblos im Sessel, erdrosselt von Klopapierrollen. Noch eine zweite Person befindet sich jetzt im Raum. Matthias wird von Mutter und Vater hinausgeführt. Traumatisiert steuert er eine vertraute Heilpraktikerin an.

Der Film startet mit einer Ouvertüre und einem Prolog. Es folgen fünf Themenaufzüge mit einem zweiteiligen Abspann und Epilog. Jede Filmsekunde, jede Szene, greift reale Begebenheiten auf, seien es Episoden aus dem Leben von Matthias, Franks Erfahrungen aus seinen vielen Treffen mit Matthias oder Geschichten um die bipolare Störung – erzählt von Betroffenen, Angehörigen und Bekanntschaften.

Dem Filmzuschauer wird es sehr schwerfallen – vielleicht sogar unmöglich sein – den unterschiedlichen Handlungssträngen zu folgen, die sich einander verstärken oder durch Brüche wieder auflösen. 50 Uhr folgt dramaturgisch kompromisslos einem typischen Stimmungsverlauf der bipolaren Störung und tangiert weitere psychische Störungen, wie zum Beispiel Angst- und Wahnzustände (Psychosen), Schizophrenie (...), die nicht selten die bipolare Störung begleiten.

Die Säulen des Films bilden mehrere abgedrehte, nahezu ungeschnittene Live-Monologe sowie nachgestellte Handlungen von Matthias Kornetzky. Er berichtet über sein Leben in Haft, seine Familie und Krankheit, die Staatssicherheit und Politik, Künste und Leistungen der Altvorderen; kämpft sich von einem seiner Lebensereignisse zum nächsten und verdeutlicht eindringlich sein Ringen mit dem „Türklappern“ in seinem Kopf.

Für den Weg an der Seite von Matthias hatte sich Frank Wallburger Verstärkung geholt. Gemeinsam inszenieren sie die innere Zerrissenheit und das Auf und Ab der affektiven Störung von Betroffenen und deren Umfeld; versuchen Fragen zu stellen, Antworten zu finden, um auch selbst zu verstehen. Vieles verhüllt sich in Metaphern oder bleibt in den depressiven Momenten liegen oder wird in manischen Episoden einfach unkritisch reflektiert.

Ein Clown, die längst verstorbene Mutter und der tödlich verunglückte Vater der beiden Protagonisten, eine Geschichtenerzählerin, die vier Elemente, böse Geister, historisch bedeutsame Persönlichkeiten, Zeitzeugen, Wegbegleiter, Freunde und Bekannte lösen sich im Film scheinbar beliebig mit Bild und Ton einander ab. Das Chaos vollenden Musik, Tanz und künstlerisches Schaffen. Ein letzter Fluchtversuch aus dem bipolaren Kinosaal scheitert. Die Tragödie nimmt ihren Lauf.

Über 50 Uhr wird man sprechen wollen.
Über 50 Uhr wird man sprechen müssen.

Die Namen

Protagonisten

  • Du:

    Matthias Kornetzky († 2019)

  • Ich:

    Frank Wallburger

Hauptrollen

  • Erzählerin:
    Uta Davids
  • Mutter:
    Annette Richter
  • Vater:
    Michael Heuser
  • Clown:
    Joachim Lippmann
  • Toter Gitarrist:

    Francis String

und weiterhin mit

  • Journalist:

    Eberhard Auriga (Zeitzeuge)

  • Heilpraktikerin:
    Gabriele Smole
  • Traumfantasien:

    Sabine Jordan
    Sophie Hauenherm

  • Vier Elemente:
    Laura Hilkenbach
    Philipp Goldhardt

Lebenslinien: Dirk Großer, Mads Svendsen-Merbeth, Werbeteufel: Rania El-Chanati, Bestatterin: Renate Schönfeld, Trauerlied: Jan Heinke, Gräfin Cosel: Franziska Guth, Schlossherrin: Katja Schimang, Bipolarer Scout: Siegfried Wiege, Weiße Rose: Kati Hofmann, OP-Ärzte: Angele & Ronny Paulick, Jäger: Lutz Peschel (Zeitzeuge), Böse Geister: Van Anh, Freia, Elena, Christina, Zora, Henriette, Elias, Albert (Dresdner GymnasiastInnen der 9./10.Klasse), Fechter: Tom Langhammer, Patrick Wolf, Zweikämpfer: Kenny Lauterbach, Philipp Kilian, Kartenlegerin: Simone Ghin, Geschäftsfrau: Zora Wallburger, Zeugen vor Gericht: Luise Läßig Jenny Brühl, Lisa Läßig, Franziska Zschiedrich, Marcel Garon, Lisa Schubert, Antje Knepper, Sebastian Schipper, André Groschopp, Kaufmann: Sven Joppich, Bogenschütze: Hardo Pacyna, Seilspringer: Matthias Wagner, Spaziergängerin: Regina Felber, Hohes Gericht: Andreas Funken († 2019) u.v.a.m.

Musik

  • Gesang:

    Kammersängerin (Sopran) Ricarda Merbeth
    Michael Lüdicke (Flügel)
    Dirk Zöllner
    Francis String
    Michael Wieting
    Maximilian Wilhelm

  • Instrumental:

    Jan Heinke
    Trio Laccasax
    Vlas Presnetsov
    Michael Wieting
    Reinhard Pontius
    Francis String & Band
    Francis String & Die Lieder-Tour
    Therapieorchester „Gelebte Inklusion“
    des Städtischen Eigenbetriebs
    Behindertenhilfe Leipzig (SEB)

  • Trailer:

    Hendrik Meyer

Kunst

  • KünstlerInnen:

    Constanze Schüttoff
    Christiane Latendorf
    Rania El-Chanati
    Simone Ghin
    Luise Läßig
    Lisa Schubert
    Antje Knepper
    Franziska Zschiedrich
    Kati Hofmann
    Jenny Brühl
    Lisa Lässig

  • Künstler:

    Dirk Großer
    Marcel Garon
    Alois Bordenave
    Johannes Deimling
    Sebastian Schipper
    André Groschopp
    Mads Svendsen-Merbeth
    Michael Schwill

Produktion

  • Prod.-leitung:

    Frank Wallburger

  • Kamera:

    Frank Wallburger
    Sven Joppich
    Siegfried Wiege
    Wieland Sickert
    Pieter Hofmann
    Fritz Lieberwirth
    Hendrik Meyer (Drohne)

  • Ton:

    Hendrik Meyer
    Michael Wieting
    Frank Wallburger

  • Schnitt:

    Frank Wallburger

  • Schriften:

    Jörg Grohmann

  • Untertitel:

    Sven Joppich (deutsch)
    Thomas Natzschka (englisch)

  • Color Grading:
    Frank Wallburger
  • 5.1-Mastering:
    Hendrik Meyer
  • DCP-Mastering:

    Sebastian Böhm

  • Trailer:

    Hendrik Meyer

 

 

Filmdaten

  • Titel:

    50 UHR [das DU im ICH]

  • Genre:

    Psychodrama
    als surreal-authentischer Dokumentar-, Spiel-, Musik- und Kunstfilm

  • Thema:

    Wie fühlt es sich an, wenn man manisch-depressiv ist?
    ... eine Hommage an Matthias Kornetzky
    (Mitauflöser des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR in Berlin und Dresden)

  • Länge:

    183 Minuten

  • Altersbeschränkung:

    ab 18 Jahre

  • Format:

    2,39:1 | natives 5.1 | DCP

  • Produzenten:

    Frank Wallburger | Neuer Sächsischer Kunstverein e.V.
    mit einem interdisziplinären Netzwerk

  • Produktionsdauer:

    Oktober 2016 bis September 2020

  • Regie:

    Frank Wallburger

„Dieser Film ist etwas für die Nachwelt in einer Zeit, wo keiner mehr zuhört.“

Matthias Kornetzky († 2019)

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